Ausflug des Kunstkurses der Q1 nach Otterlo in den Niederlanden

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“ – getreu diesem Motto machten sich jetzt 12 Kunstschülerinnen und Kunstschüler der Q1 des Gymnasiums Schloss Wittgenstein gemeinsam mit ihrem Kunstlehrer Herbert Kleinbruckner/Gautam auf den Weg nach Otterlo in den Niederlanden.

„Kunst, wen interessiert das schon? – ist häufig landläufige Sichtweise, doch wer sich einmal überzeugen ließ, die gut 300 Kilometer lange Strecke auf sich zu nehmen, wird rasch überzeugt, belohnt und noch mehr begeistert sein. Das Kröller-Müller Museum ist ein Kunstmuseum im Nationalpark De Hoge Veluwe nahe der Ortschaft Otterlo in den Niederlanden, nordwestlich von Arnheim, das 1938 eröffnet wurde.

Lange im Vorfeld musste selbstverständlich geplant werden: Kann die Gruppe reisen? Wie sieht es mit den Corona-Regelungen in den Niederlanden aus? Wie kann die Fahrt finanziert werden? Wie soll der Tag durchstrukturiert werden? Doch all dies ließ sich hervorragend auf einen Nenner bringen. Der Förderkreis des GSW bezuschusste die Fahrt großzügig und die Busfahrt mit der Firma Rettler aus Winterberg wurde durch das Programm „Ankommen nach Corona“ vom Land NRW finanziert. Der Reise stand somit nichts mehr im Weg. Los ging es bestens gelaunt und wissbegierig auf das zu Erwartende in Otterlo ab Bad Laasphe in den sehr frühen Morgenstunden. Nach einer gut vierstündigen sehr harmonischen Fahrt mit Firmenchef Markus Rettler dann das Ankommen im gediegenen Skulpturenpark mit dem Kröller-Müller-Museum. Staunen ob der riesigen Flächen, der Übersichtlichkeit und der Sympathie, die den jungen Menschen hier entgegen gebracht wurde. Ein Wohlgefühl und Freude machten sich sofort breit. „Doch, da war doch noch was!“ – für drei Schüler gab es vor Ort noch „Arbeit“ zu erledigen. Gut vorbereitet konnten sie erst einmal „die Lage“ peilen und sich auf die weltberühmten Werke wie Plastiken, Skulpturen, Installationen, Gemälde oder Zeichnungen einschwingen, allerdings waren sie dann gefordert, dem kleinen Kunstkurs-Publikum Informationen in Form von Kurzreferaten zu überbringen. Im Park gab Andre Nickel einen Überblick zur Entstehung der „femme accroupie“ (die Kauernde) von Auguste Rodin und dessen (Liebes-) Beziehung zu seinem Model Camille Claudel.

Eine kleine Gesprächsrunde folgte und im Anschluss konnten die Schülerinnen und Schüler das große Außengelände auf eigene Faust nach Epochen, berühmten Künstlern und teils skurrilen Werken erkunden. Die Mittagspause im museumseigenen Restaurant nutzten die Wittgensteiner Kunst-Freundinnen und -Freunde zum Austausch über das Gesehene und Erlebte, bevor es dann im Museumsgebäude die nächsten Exponate zu bestaunen gab. Wer kennt ihn nicht, den Mann, um den sich viele Geschichten ranken und der erst, oder besser gesagt leider, posthum zu Weltruhm gelangte? Das Museum besitzt allein 87 Gemälde von Vincent van Gogh und hat damit die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt nach dem Van Gogh Museum in Amsterdam. Die Schülerinnen Fiona Kiedrowski und Marie Grebe widmeten sich in ihrem kleinen Vortrag dem Vincent van Gogh-Werk „Caféterrasse am Abend“, aus dem September 1888. Für die beiden jungen Frauen ein „echtes“ Erlebnis direkt vor dem Original ihre Eindrücke zu Farben und Perspektive zu schildern und zudem eigene Worte zu finden, wie van Gogh seine Herangehensweise an dieses Gemälde gestaltet hat. Ein eindrucksreicher Tag, der allen mit Sicherheit überaus positiv im Gedächtnis bleibt. Andenken wurden natürlich von fast allen Schülerinnen und Schülern und auch vom Lehrer mit nach Hause genommen – ein absolutes Muss. Die Fahrt endete wie sie begann: harmonisch, ruhig und mit „good vibes“ im Sinne der jungen Menschen – und dies auch dank der besonnen Fahrweise von Markus Rettler. Der Kurs dankt an dieser Stelle natürlich dem Fahrer und sehr herzlich den Sponsoren, die dies alles ermöglicht haben.

Text u. Foto: Christiane Sandkuhl/Westfalenpost